Zu HogeSa (Hooligans gegen Salafisten) (14.11.2014)

ausgestrahlt als Kolumne im Radio FSK, am 14.11.2014 Anhören/Downloaden 

Der vorliegende Text stammt von den Anfängen von CM aus dem Jahr 1992, als wir den Versuch, der sich nachträglich als Sisyphusarbeit  herausstellte, unternahmen, durch Aufklärung und Argumentation, die deutsche Linke von ihrem Schmusekurs mit der deutschen Population abzubringen. Ja, wir gestehen, trotz flagranter Eintracht und augenfälliger Geistesverwandtschaft zwischen ihnen, damals einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der deutschen Linken und der deutschen Population gemacht zu haben.  Niemand ist unfehlbar. Denn bekanntlich ist dieser Versuch auf allen Ebenen kläglich gescheitert.

Angesichts der Ereignisse in Köln, wo das Zahlenverhältnis zwischen Neonazis und Gegendemonstranten 10 zu 1 betrug (5000 zu 500), angesichts der Formierung des Mobs in BI`s gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte, angesichts der rassistischen Anschläge und Angriffe, allen voran des aufflammenden Antiziganismus (medial und praktisch), angesichts der Morde an Allem, was nicht deutsch genug stinkt, wie neulich am 23.10. in Limburg an der Lahn, wo ein Mensch aus Ruanda totgeprügelt wurde, bietet der Text für diejenigen, die es unbedingt wissen wollen, einige Antworten.

Weder die Meute in Köln, noch die marodierenden Mördertruppen im Vorder-, Hinter- oder Untergrund fielen aus heiterem Himmel. Denn das entscheidende ist nicht, ob die Bullen in Köln versagt haben. Das entscheidende ist, dass sich die Gegner der HogeSa – in gewohnter Anbiederung an die Bevölkerung – deren Parolen zu eigen gemacht haben: „Schulter an Schulter gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus“, war das Motto der Gegendemonstration.

Ein Ausrutscher? Weit gefehlt. Das Buhlen um die Gunst der gleichen Klientel geht mit der bereits erprobten Parole in den Aufrufen der Gegendemo am 15.11. in Hannover weiter. „Gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus“ heißt das hannoversche Demo-Motto.  

Soll heißen, 50%-ige Deckungsgleichheit mit der Stoßrichtung der Neonazi-Demo. Soll aber auch heißen, dass der Begriff „Querfront“ seine „Anrüchigkeit“ längst verloren hat.

In Köln und sonstwo hat gefruchtet, was seit über 2 Dekaden, auch durch eine Mehrheit der deutschen Linken, konsequent und kontinuierlich – und mit deutscher Gründlichkeit, versteht sich – vorbereitet wurde. 

Grenzüberschreitung / Grenzverletzung

Café Morgenland, 14.11.2014

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